Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos

Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 37 Länder auf 5 Kontinenten

  • Maximiliansinsel & das zweitausendachthundertfünfzigste Gedicht

    Maximiliansinsel & das zweitausendachthundertfünfzigste Gedicht

    Habe nun, ach!

    Ich wüsste gerne so viel mehr
    Von so und so viel Dingen!
    Doch wo bekomm ich Wissen her?
    Man kann’s ja nicht erzwingen.

    Nun, unser Dasein ist begrenzt
    Von Sinn und Lebensjahren.
    Doch manches Pfiffiküsschen glänzt –
    Scheint alles zu erfahren …

    Ach, könnte ich vorm Grauen Star
    Die Nachtigall erkennen,
    Am Blatt und an der Rinde Ma-
    serung ’nen Baum benennen!

    Ach, wüsste ich vom 30jährigen Krieg
    Doch mehr als dessen Dauer!
    Und mit einem My aus dem Reich der Physik
    Wär ich bedeutend schlauer …

    Wenn ich dereinst final verderb,
    So hätt ich mein Dasein, das damit dann endet,
    Zumindest in puncto Wissenserwerb
    In vielerlei Hinsicht doch vollends verschwendet!


  • Einbruch & das zweitausendachthundertneunundvierzigste Gedicht

    Einbruch & das zweitausendachthundertneunundvierzigste Gedicht

    Das Lesezeichen eines Toten

    Das Lesezeichen eines Toten
    Steckt noch in diesem Buch.
    Gilt an dieser Stelle ein „Durchgang verboten“,
    Wer hebt des Schlafgemaches Tuch?

    Ich jungfräute durchs letzte Auslesedrittel –
    Notiz an das Jenseits: Es war eher mittel …


  • Absturzgefährdet & das zweitausendachthundertachtundvierzigste Gedicht

    Absturzgefährdet & das zweitausendachthundertachtundvierzigste Gedicht

    Mein Wochenende

    Und auch diese Woche rast dahin … –
    Schon Mittwoch, da grade erst Wochenend war!
    Der nahende Freitag beschwört ein WinWin
    Das übliche „Schmied schon mal Pläne!“-Blabla.

    Denn auch dieses Weekend wird sinnlos sein –
    Zu viel freie Zeit bei geschlossenen Läden.
    Für das bisschen an Einladung mach ich mich fein –
    Im Kalendertief zieht mein Verfall seine Fäden …


  • Top of Germany & das zweitausendachthundertsiebenundvierzigste Gedicht

    Top of Germany & das zweitausendachthundertsiebenundvierzigste Gedicht

    Natürlich hast du da grundsätzlich recht, aber …

    Einst als Anliegen probat –
    Heute ist’s Folklore.
    Klar, bleibst du hier Frau der Tat –
    Schießt noch deine Tore.

    Manch Bewegung letzter Akt
    Heißt Fassade-Stützen,
    Die als schon beschloss’ner Pakt
    Schaden oder nützen.


  • Sasseninselspiegel & das zweitausendachthundertsechsundvierzigste Gedicht

    Sasseninselspiegel & das zweitausendachthundertsechsundvierzigste Gedicht

    Die Bildschöne

    Simple Schönheit ernährt sich meistatemberaubend –
    Du entgegnest „natürlich“, das Adjektiv meinend.
    Nur: Was hier selbstverständlich ist, nähert sich glaubend –
    Den Beschreibungen weit’res Erfassen verneinend.


  • Eibseeufer im Frühling & das zweitausendachthundertfünfundvierzigste Gedicht

    Eibseeufer im Frühling & das zweitausendachthundertfünfundvierzigste Gedicht

    Vorm „Alter, das pack ich nicht!“

    Wenn ich in meinem Leib geh
    Des Winters um den Eibsee
    Und dessen Wasser Reinheit
    Nach „Scheiß drauf, jetzt geht’s rein!“ schreit,
    Mahnt grimm des nahen Eises Schicht:
    „Ich ahne Schlimmstes – nice wird’s nicht!“


  • So groß & das zweitausendachthundertvierundvierzigste Gedicht

    So groß & das zweitausendachthundertvierundvierzigste Gedicht

    Der Schuster

    Ich werde behalten: Du warst Schuster,
    In meinem Kosmos der Schuster der Welt.
    Es war deine Werkstatt stets maximal duster
    Und alles von raschen Maschinen umstellt.

    Es schien niemand den richtigen Preis zu bezahlen,
    Als sei die Arbeit Lohn genug
    Von denen, die dich gerne weiterempfahlen
    Als Mitwisser am Selbstbetrug.

    Ich hoffe, die Rechnung ging letzten End’s auf
    Durchs probate Spendieren von Runden.
    Wer so gewichtet, zahlt vermutlich nicht drauf,
    Hat bereits unsre Zeit überwunden.

    Die Tür deiner Werkstatt fiel längst schon ins Schloss –
    Ein Verlust, der, so hoffe ich, irgend’nen Gott schert.
    Schon seltsam, wohin all die Zeit seither floss …
    Und die großen Maschinen beziffert ihr Schrottwert.


  • Tutzinger Möwe & das zweitausendachthundertdreiundvierzigste Gedicht

    Tutzinger Möwe & das zweitausendachthundertdreiundvierzigste Gedicht

    Möwe

    Du bettelst so geduldig
    Um die Krumen meiner Milde.
    Ich fühl mich reich wie schuldig,
    Doch bin schildmäßig im Bilde,
    Dass das Füttern der Vögel voll schädlich ist
    Und keinesfalls uns gnädlich misst.

    Das letzte Wiegen deines Kopfes
    Hat mich dann doch noch umgestimmt:
    Dies Brez’nstück nun nimm und stopf es
    Hinein in dich Wesen, das so gut getrimmt
    Bestätigung erfahren sollte!

    Obschon ich das erst gar nicht wollte.


  • Schloss Unterallmannshausen & das zweitausendachthundertzweiundvierzigste Gedicht

    Schloss Unterallmannshausen & das zweitausendachthundertzweiundvierzigste Gedicht

    Endlich Erfolg

    Meine slawische Smartphoneoma
    Schraubt jetzt mit K.I.
    Alle Komik kommt ins Koma –
    Schau, jetzt lachen sie!


  • Feldafing & das zweitausendachthunderteinundvierzigste Gedicht

    Feldafing & das zweitausendachthunderteinundvierzigste Gedicht

    Zum Verlust von Freundschaft

    Die letzten Freundschaften,
    Sie warten auf Pflege
    Und woll’n sich entsaften
    Auf erste Gelege.
    Doch ich merke, ich werde sie sehr bald verlieren …

    Im falschen Gewichten
    Ist nichts zu gewinnen –
    Die Zeit hilft beim Richten.
    So spüre ich innen:
    Werd schon bald eine Einsamkeit ratlos anstieren.


Die 266 Städte/Länder der Fotos (2016-2026)


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