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Gärten des Königlichen Alkazar & das zweitausendneunhundertsiebte Gedicht

Und wieder macht GB das Rennen
Ich möchte andern Losern raten
In Andalusien sich zu braten –
Die Sonne gleißt dort hot und heißer.Doch die find’n meistens Soho nicer.
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Callejón de la Inquisición & das zweitausendneunhundertsechste Gedicht

Der Hummelfluch
Hör‘ ich den Rimski-Korsakow
Beginnt’s zu jucken und ich hoff‘
Dass keine Hummeln in der Nähe sind
Denn wenn schon duellieren
Besser nicht mit kleinen Tieren
Weil da Sympathien vorab vergeben sind
Denn nur Allergikern und Blagen
Zeiht man moralisch das Erschlagen
Vom gelb und schwarzen Fluginsekt
Na, selber schuld, wer das nicht checktAKT I
„Ich drück‘ zart der Zichte ihr’n glühenden Stummel
Ins Rückgrat ’ner grade hier ruhenden Hummel
So zermalmt nun den Korpus der Schwirrkreatur
’ne Kombi aus Druckkraft und Temperatur
Und knisterig ascht das Flügelpaar
Das Leben entbeugt sich dem Hummelabdomen
Solch Endlichkeitszeugnisse gehen mir nah
Leicht bedrückt blick‘ ich auf die Erdrückte, denk‘: „Yo, man
Ey, sorry, ne – is‘ sons‘ echt nich‘ meine Art
Allzu gern hätt‘ ich dir die Tortur wohl erspart
Nur es war halt ’ne echt blöde Koinzidenz
Auch wenn du – als Insekt – dieses Wort gar nich‘ kenns‘
Aber das is‘ eb’n der Punkt: diese Sache mit Darwin
Ich mein‘, für mich hier als Mensch, dich zu töten, das war wie’n
Gruß an den Schöpfer, sich zu re-vergewissern
Sein Ebenbild degeneriert nicht zu Schissern
Die trotz Krönungsjuwelen der Evolution
Schon bei etwaig’n Nachfrag’n sich selber entthron’n
Anstatt eindrücklich ausdrücklich Ordnung zu schaffen
Mit Nachdruck für die, die’s wohl ohne nicht raffen:
Wir sind keine Fauna-Fans!
Wir sind Homo Sapiens!“Nun kam es, dass der Hummelschwarm
Vom Tod der Imme Wind bekam
Der argumentativ sich nicht erschließt
Die Nektar-Queen schlägt Vollalarm
Steht eh nicht auf den Schöpferkram
Der Gliedertier’n ihr Daseinsglück vermiest
Erklärt’s zur ausgemachten Sache:
Jetzt geht’s um Widerstand und Rache
Und so vollzieht sich Zug um Zug
Die Oper-Ration HummelfluchAKT II
„Hier wohnende Drohnen und Arbeiterinnen
Wir Hummeln sind hammlos – und doch in mir drinnen
Brennt unbändig endlosbittre Wut
Denn ständig man uns Böses tut
Wieder traf’s eine, die Brut unsrer Sippe
Qualvoll verkohlt an der Glut einer Kippe
Ja, der Typ, der da grad Rimski-Korsakow flötet
Hat nur so aus Spaß unser Mädchen getötet
Ich denk‘, wir sollten solchen Assen
Nicht einen Abgang durchgeh’n lassen
Ihr Mord darf nicht für umme sein
Drum auf, ihr Immen, zeigt’s dem Schwein!“
Und fünf of le grüpp, sie formieren un trüpp
Der vom Auftrag beflügelt sich vorwärtsbewegt
Rischtüng ex-zischtenrauchende, flötende Büb
Dessen Willen zu chillen sich plötzlich erregt
Doch kaum spreizt sich sein Maul, um „Haut ab hier!“ zu schrei’n
Flieg’n ein, zwei, drei, fünf Hummeln reinDas macht sich toll als Rächers Traum:
Voll stechbereit im Rachenraum
Wo jeder Stich sich schädlich potenziert
Denn ’s wird ja, wenn der Hals anschwillt
Die Luftzufuhr mit abgestillt
Des Lebens Rest in Bestzeit dezimiert
Nun kann solch Hinterlassenschaften
Zwar der Gestoch’ne auch verkraften
Doch spricht’s aus seinem fahl’n Gesicht
Zumindest diesmal schafft er’s nichtAKT III
„Junge, Junge – wat schwillt mir die Zunge
Krieg‘ fast keine Luft mehr!“ – Er kommt seiner Gruft näh’r
Und bevor sich das Blatt hier nun doch noch mal wendet
Ist unser gestochener Held – och – verendet
Auch was vordem im Schlund gesummt
Alsbald verhallt es und verstummt
So bleiben die fünf Hummel-Märtyrerinnen
Zwar sehr effektiv, aber leider auch: drinnen
Und noch eh der Typ komplett abkackt
Versumpft man im Verdauungstrakt
Im Darm vom Leichnam überwintern
Alle Hummeln kurz vorm HinternDoch die Königin spricht: „Lob und Preis
Den Fünfen, die ihr Leben gaben
Und ihren Platz im Paradeis
Nebst Drohnen-Harem sicher haben
Denn unser hummlischer Vater sorgt bei der für Profit
Die sein huldhaltig‘ Reich durch die Märtür betritt
Mög’n diese Fünf uns Hummeln ein
Auf ewig leuchtend Beispiel sein!“
Und so beschließt sie den Hommage-Schwung
Glatt als Immenstaatsverarschung
Denn das Hummelfahrtskommando
Steckt und bleibt grad in ’nem Land, wo
Man vergärt in „Poah!“-Fäkalien
Voll entehrt in Vor-AnalienJa, das verschweigen Heilsversprechen
Sich und andre abzustechen
Endet stets als Hammelflug
Lasst euch nicht führ’n zum Versuch!
Mögen Ungerechtigkeiten
Sich auch fürderhin verbreiten
Und man rät, von Opferseiten
Da mal drastisch einzuschreiten
Irgendwann gäb’s auch mal Lohn …
So lass sie reden, Hummelsohn!Auch ohne Schein und Selbstbetrug
bleibt Hummel sein noch Fluch genugAlle Rechte bei Markus Berg, der das Gedicht 2026 im Rahmen des Abschiedstour-II-Crowdfunds von mir gekauft hat.
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Metropol Parasol & das zweitausendneunhundertfünfte Gedicht

Ndspurt beim Ironman (und andere N-Wörter)
Ngadiner kNN das:
EigNtlich macht’s keinN Spaß,
EiN IrNmN-Wettkampf
Mit Ndlos brN’dem WadNkrampf
Und leerN HNdN zu beNdN!DN schlussNdlich geltN diese herniedN
– grad bei ihrN mNlichN lNdlichN FNs
und habN sie auch einN eigNN BNz –
beim MNschNrNN ausgeschiedN!
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Plaza de España & das zweitausendneunhundertvierte Gedicht

Vernunfterwachen trotz widriger Umstände
Ich bin vom Urinal-Geplätscher
Soeben eingeschlafen
Und dachte an Frau Margaret Thatcher,
An angestrullte Harfen.Ich wachte in ’ner Lache auf,
Die ich daselbst geschaffen.
Wenn ich dereinst mir Aktien kauf –
So sicher nicht von Waffen.
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I never promised you an RG & das zweitausendneunhundertdritte Gedicht

Frühling lässt sein blaues Band … (Mörike reloaded)
Knospen knistern, Knaben knuspern
Am Backfischgeschwärme vom letzten Jahr.
Flügel flüstern, Winde wispern:
Er ist’s! Er ist’s – wie wunderbar!
Frühling lässt nun Staub erblüh’n,
Leiber im Hormonstau glüh’n,
Ditt kleenste Fleuchzeuch Wachstum wittern,
Den tumbsten, dumpfsten Stumpf erzittern.
Frühling, Du bist’s! Wir haben Dich vernommen –
Bienvenue, welcome und herzlich willkommen!Du tauchst in Tau und Birkengrün
Verdörrtes Land und fingerst kühn
Dem winterhart gestockten Boden
Am keimbereiten Sämlingshoden.
Da wölbt sich Mother Natures Bauch
Im erdigwarmen Frühlingshauch,
Da girrt und gurrt es, summt und surrt es,
sirrt und schwirrt es – ja, nun wird es
Frühling! Wieder wehen traulich
Deine Flatterbänder blau sich.
Erde weicht sich, Kälte schleicht sich
Und das Maienglöckchen zeigt sich.
Mörike, Dich hör’ ick trapsen!
Nachtigallen, Amseln, Spappsen!
Holder Dolden Blütenpracht –
’s hat er wieder schön gemacht!Und in all dem Blüh’n, da: Welkst nur Du.
Schaust Dir selbst beim Altern zu,
Ahnst beim Anblick erster Falten:
Da is’ nix mehr aufzuhalten!
Dieser Bauch wird niemals Brett mehr,
Deine Haarpracht nicht komplett, sehr
Schade ist das, keine Frage –
Doch Du hattest Deine Tage!
Schlitterst nun mit letzter Klarheit
Von der Ist-Zeit in die War-Heit.
Ziehst und zerrst an Körperstellen,
Wo sich nun die Dellen wellen,
Denkst zurück an letztes Jahr,
Da das auch nicht anders war.
Doch dachtest Du: Na, das lässt sich richten!
Mit irgendwas, mit … Ja, mitnichten.Blaukraut bleibt Blaukraut
Und White Stripes bleibt White Stripes –
Nur ich soll ergrau’n, wenn sich alles in Grün zeigt?
Mein lieber Lenz, Du, leck mich doch!
Wie lange war ich Dein Verfechter,
In Deinem Sinne Worteschlächter?
Nun frag ich mich: Kennst Du mich noch?
Wer wärst Du ohne Lyrikstütze
Und wem Dein Grün und Blüh’n zunütze?
Wir haben Dir Anmut angedichtet,
Manch Abart Dir per Vers gerichtet,
Das Beste aus Dir rausgefischt,
Dem Volk romantisch aufgetischt:
Dich, den Dichter-D’Artagnan! Du
Duselduttending der Dichtung,
Du dankst Dein Renommee den Dichtern,
Die Dich doch erst einst etablierten
Als zum Star empor geschriebenen
Refrain im Chor der Liebenden!Dich, den gernegroßen, sambereiten
Vollprolet der Jahreszeiten!
Wärst ohne unsern Wahlbetrug
Nur Nieselreg’n und Pollenflug.
Ein Pickeljungspund, chronisch willig,
In allem absehbar und billig!
Du tauchst die Welt in Schwalbenkot,
Bringst Heuverschnupften Atemnot
Und Cortison keult rudelweise
Die Opfer Deiner Wucherpreise!Nun ziehst Du wieder durch die Länder
Mit triebverpeiltem Dauerständer
und prahlst, dass es halt Dein Problem bleibt,
Wer sich das Glied heut wo in wem reibt.
Du pfeifst auf Deine alten Texter,
Grölst nur gen Nachwuchs „Wer ist Nächster?“Okay, dann geh! Du kannst da bleiben –
Ich werd’ mich nun dem Herbst verschreiben!
Nenn’ Frühlingsverse ein Verseh’n,
Streb’ fortan nur noch nach Vergeh’n!
Werd’ Laub zu Lab und Lob verdichten,
Im Modern das Moderne sichten,
Dass jeder dem Verfall verfalle –
Nie vor November sich verknalle!
Wenn waldigfaulen Pheronömen
Die Boys and Girls entgegenströmen.
Aus dichten Quellen weiß man ja,
Der neue Jahreszeitenstar
Er ist’s! Er ist’s – wie wunderbar:
Der Herbst. Mach Dir ’n Reim drauf klar!Denn Versmaß rules! Und wird noch regeln
Mit eingewachs’nen Zehennägeln,
Um runzligpunzlig anzuschau’n,
Den Herbst als Erbprinz aufzubau’n!
Und ohne Abers, ohne Wenns
Mach ich mir dann den wahren …Alle Rechte bei Cora Cristofolini, die das Gedicht 2026 im Rahmen des Abschiedstour-II-Crowdfunds von mir gekauft hat.
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Wasserspiel Aquaretum & das zweitausendneunhundertzweite Gedicht

Unter Eidgenossen
Auch dort, wo die Schweiz einfach Schweiz ist,
Beginnt sich der Urlaub zu regen.
Wem Berggipfelaussicht von Reiz ist,
Komm’n Schweiz-Aufenthalte entgegen.Manchem ist es alleine die Sorglosigkeit,
Die sich türmt in den Migros-Regalen.
Andre maulen dagegen, man müsst für die Zeit
Unter Schweizern doch sehr viel bezahlen.Doch das saftige Grün, die Türkiskraft der Seen –
Sie lassen ein wohliges Prickeln entsteh’n
Wie ein testend Beschnuppern der Sorglosigkeit.Ein Schälchen von Luxus, genösslich in Eid.
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In Küsnacht & das zweitausendneunhunderterste Gedicht

Gewusst wo
Nach einer Nacht von Küssen
Bin in Küsnacht ich erwacht.
Ich denk, Küsnachter wissen,
Was uns küssbegierig macht.
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Brückeninnern & das zweitausendneunhundertste Gedicht

Leben im Bedeutungsverlust
Die alten Eltern aus Olten,
Die Welten verwalten wollten,
Loben heut sich fürs Laben am Leben.
Wer muss abends noch oben sein? – Eben.
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Slam Olten Jubiläum & das zweitausendachthundertneunundneunzigste Gedicht

Was denkt das Haus am Donnerstag?
Ripostegedicht auf „Was denkt die Maus am Donnerstag?“ von Josef GuggenmoosWas denkt das Haus am Donnerstag,
am Donnerstag,
am Donnerstag?
Dasselbe wie an jedem Tag,
an jedem Tag,
an jedem Tag – und selbst das beginnt zu schwinden!
„Wer sind die Leute?“, „Wo bin ich?“
„Dies Spiegelbild da, kenn ich nich!?“
„Wird mir gerade Geld gestohlen?“
„Wann kommt wer, um mich abzuholen – und wird er mich hier finden?“Das denkt das Haus an jedem Tag,
am Dienstag, Mittwoch, Donnerstag
und jeden Tag,
und jeden Tag:„Da kommen Mutter und Papa!
Wie war’s im Grab – gefiel’s euch?“
Sie schenken mir zum 90sten ein lang vermisstes Spielzeug.
Die Katz, die ich als Kind besaß,
Schnurrt hier auf meinem Schoß.
Mein Orientierungssinn ist klein – und diese Welt zu groß!
Noch gibt’s eine Vergangenheit –
Sie schwimmt hier rum in Fetzen,
Bewahrt ’nen Rest Verbindlichkeit vor hundertausend Jetzen.Das denkt das Haus am Donnerstag,
Manch Donnerstag heißt Mittwoch.
„Ganz sicher klingelt gleich Besuch!“
Doch folgt auf jeden Schritt Loch
um Loch um Loch um Loch …Ach, wäre ich, ach, würd ich bloß
Wie eine Katze riesengroß!
Dann könnte Löcher, Haus und Hof ich einfach überblicken!
Doch so umströmt mich Wirrwarr nur – und nirgends gibt es Brücken.
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Homeoffice Krupp & das zweitausendachthundertachtundneunzigste Gedicht

Möbliert
Ich seh in manchen unsrer Möbelstücke
Noch den Wunsch nach ’nem stilvollen Leben.
Doch mangelte hierzu es zu oft am Glücke,
Galt’s das Kleinod in Großtrott zu weben.Unser Glaube, wir könnten viel größer sein,
Ward von Opfern wie diesen gepflegt.
Sie ragen hervor, aber wir blieben klein –
Hab’n die Möbel dann nicht mehr bewegt.Doch wie gern seh dich – nicht ganz ohne Stolz –
Vor dem edlen Designregal sitzen.
Wir werd’n aus betrübter Erinn’rung – was soll’s!? -,
Uns etwas Zufriedenheit schnitzen!
– Die 272 Städte/Länder der Fotos (2016-2026)
– Gedichte/Fotos ausgewählter Tourstationen:
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