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Magnolie 2026 & das zweitausendachthundertvierundfünfzigste Gedicht

Mag yes/no
Ich werde die Magnolie ab jetzt Magyeslie nennen
Und mit dieser Bejahung ihre Schönheit anerkennen.
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Blütenpracht & das zweitausendachthundertdreiundfünfzigste Gedicht

Ein naives Gedichtgedicht
Beim Weltuntergang sich mit Gedichten befassen?
Als gäb’s keine weit’ren Probleme …!Ich weiß – doch ich kann halt von Versen nicht lassen,
Denk immerzu nur an Poeme!Im Todeskampf fortwährend Reime zu suchen?
Als zählten alleine Gedichte!Der Krebs will all meine Gedärme verfluchen –
Da ich ihm von Goethen berichte …Mit Zahnschmerzen sich durch Metaphernrausch träumen?
Als schwiege des Eiterherds Pochen
Dank Zutrittsverbotes von lyrischen Räumen
Und Karies säh ab vom Durchlochen!Nun, habe ich Verse – vor was wär mir bang?
Was könnte Euterpes Glück schrecken?
Nicht Zahnschmerzen, Krebs oder Weltuntergang
Sind fähig, Gefühle zu wecken.
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Fröhliche Morgensonne & das zweitausendachthundertzweiundfünfzigste Gedicht

Das Schlössl Salonlied
Einstiegssong zur neuen Show im PelkovenschlösslHast Du von dieser Show in Moosach schon gehört?
(sofern dich nicht bereits der Stadtteilname stört …)
Die hol’n da Leute ran, die sind scheinbar bekannt
In München-City und im Rest vom Bayernland.Natürlich bleibt dennoch die Frage: Lohnt es sich?
Die Pichler sagt mir was – der Klötgen eher nich‘.
Unter der Woche fahr ich nicht so gern weit raus.
Ich kenn‘ kein’n, der dort wohnt, wie seh’n die da aus?Hallo – Willkomm’n – hier im Schlössl Salon!
Ist hier irgendjemand adlig?
Naja, irg’ndwie schon.
Da Ihn’n fürstlich serviert wird
Ein feudale Freuden befeuerndes Abendprogramm.
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Eibseerundweg & das zweitausendachthunderteinundfünfzigste Gedicht

Alte Alben
Ich schau mir alte Fotos an
Und staune, wie tot ich schon bin.
Voll aufgestauter Hässlichkeit,
Wo Lässigkeit einst drin.Ich schau mir alte Fotos an
In Trauer um was ich dort seh.
Die Flotte meiner feinen Gang –
Umkauert vom Adé …Ich schau mir alte Fotos an
Und starte älter auszuseh’n –
Der ich doch immer jünger schien.
Wie ist denn das gescheh’n?Ich schau mir alte Fotos an –
Sie öffnen die Pforte zum Schmerz.
Der Kipppunkt überwunden und
Schon hinterm Grenzpfahl gärt’s.Es schau’n mich alte Fotos an,
Gesotten in Namensverlust –
Ich schau mir alte Fotos an,
Voll Nostalgie und Frust.
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Maximiliansinsel & das zweitausendachthundertfünfzigste Gedicht

Habe nun, ach!
Ich wüsste gerne so viel mehr
Von so und so viel Dingen!
Doch wo bekomm ich Wissen her?
Man kann’s ja nicht erzwingen.Nun, unser Dasein ist begrenzt
Von Sinn und Lebensjahren.
Doch manches Pfiffiküsschen glänzt –
Scheint alles zu erfahren …Ach, könnte ich vorm Grauen Star
Die Nachtigall erkennen,
Am Blatt und an der Rinde Ma-
serung ’nen Baum benennen!Ach, wüsste ich vom 30jährigen Krieg
Doch mehr als dessen Dauer!
Und mit einem My aus dem Reich der Physik
Wär ich bedeutend schlauer …Wenn ich dereinst final verderb,
So hätt ich mein Dasein, das damit dann endet,
Zumindest in puncto Wissenserwerb
In vielerlei Hinsicht doch vollends verschwendet!
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Einbruch & das zweitausendachthundertneunundvierzigste Gedicht

Das Lesezeichen eines Toten
Das Lesezeichen eines Toten
Steckt noch in diesem Buch.
Gilt an dieser Stelle ein „Durchgang verboten“,
Wer hebt des Schlafgemaches Tuch?Ich jungfräute durchs letzte Auslesedrittel –
Notiz an das Jenseits: Es war eher mittel …
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Absturzgefährdet & das zweitausendachthundertachtundvierzigste Gedicht

Mein Wochenende
Und auch diese Woche rast dahin … –
Schon Mittwoch, da grade erst Wochenend war!
Der nahende Freitag beschwört ein WinWin –
Das übliche „Schmied schon mal Pläne!“-Blabla.Denn auch dieses Weekend wird sinnlos sein –
Zu viel freie Zeit bei geschlossenen Läden.
Für das bisschen an Einladung mach ich mich fein –
Im Kalendertief zieht mein Verfall seine Fäden …
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Top of Germany & das zweitausendachthundertsiebenundvierzigste Gedicht

Natürlich hast du da grundsätzlich recht, aber …
Einst als Anliegen probat –
Heute ist’s Folklore.
Klar, bleibst du hier Frau der Tat –
Schießt noch deine Tore.Manch Bewegung letzter Akt
Heißt Fassade-Stützen,
Die als schon beschloss’ner Pakt
Schaden oder nützen.
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Sasseninselspiegel & das zweitausendachthundertsechsundvierzigste Gedicht

Die Bildschöne
Simple Schönheit ernährt sich meistatemberaubend –
Du entgegnest „natürlich“, das Adjektiv meinend.
Nur: Was hier selbstverständlich ist, nähert sich glaubend –
Den Beschreibungen weit’res Erfassen verneinend.
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Eibseeufer im Frühling & das zweitausendachthundertfünfundvierzigste Gedicht

Vorm „Alter, das pack ich nicht!“
Wenn ich in meinem Leib geh
Des Winters um den Eibsee
Und dessen Wasser Reinheit
Nach „Scheiß drauf, jetzt geht’s rein!“ schreit,
Mahnt grimm des nahen Eises Schicht:
„Ich ahne Schlimmstes – nice wird’s nicht!“
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