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Maximiliansinsel & das zweitausendachthundertfünfzigste Gedicht

Habe nun, ach!
Ich wüsste gerne so viel mehr
Von so und so viel Dingen!
Doch wo bekomm ich Wissen her?
Man kann’s ja nicht erzwingen.Nun, unser Dasein ist begrenzt
Von Sinn und Lebensjahren.
Doch manches Pfiffiküsschen glänzt –
Scheint alles zu erfahren …Ach, könnte ich vorm Grauen Star
Die Nachtigall erkennen,
Am Blatt und an der Rinde Ma-
serung ’nen Baum benennen!Ach, wüsste ich vom 30jährigen Krieg
Doch mehr als dessen Dauer!
Und mit einem My aus dem Reich der Physik
Wär ich bedeutend schlauer …Wenn ich dereinst final verderb,
So hätt ich mein Dasein, das damit dann endet,
Zumindest in puncto Wissenserwerb
In vielerlei Hinsicht doch vollends verschwendet!
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Einbruch & das zweitausendachthundertneunundvierzigste Gedicht

Das Lesezeichen eines Toten
Das Lesezeichen eines Toten
Steckt noch in diesem Buch.
Gilt an dieser Stelle ein „Durchgang verboten“,
Wer hebt des Schlafgemaches Tuch?Ich jungfräute durchs letzte Auslesedrittel –
Notiz an das Jenseits: Es war eher mittel …
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Absturzgefährdet & das zweitausendachthundertachtundvierzigste Gedicht

Mein Wochenende
Und auch diese Woche rast dahin … –
Schon Mittwoch, da grade erst Wochenend war!
Der nahende Freitag beschwört ein WinWin –
Das übliche „Schmied schon mal Pläne!“-Blabla.Denn auch dieses Weekend wird sinnlos sein –
Zu viel freie Zeit bei geschlossenen Läden.
Für das bisschen an Einladung mach ich mich fein –
Im Kalendertief zieht mein Verfall seine Fäden …
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Top of Germany & das zweitausendachthundertsiebenundvierzigste Gedicht

Natürlich hast du da grundsätzlich recht, aber …
Einst als Anliegen probat –
Heute ist’s Folklore.
Klar, bleibst du hier Frau der Tat –
Schießt noch deine Tore.Manch Bewegung letzter Akt
Heißt Fassade-Stützen,
Die als schon beschloss’ner Pakt
Schaden oder nützen.
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Sasseninselspiegel & das zweitausendachthundertsechsundvierzigste Gedicht

Die Bildschöne
Simple Schönheit ernährt sich meistatemberaubend –
Du entgegnest „natürlich“, das Adjektiv meinend.
Nur: Was hier selbstverständlich ist, nähert sich glaubend –
Den Beschreibungen weit’res Erfassen verneinend.
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Eibseeufer im Frühling & das zweitausendachthundertfünfundvierzigste Gedicht

Vorm „Alter, das pack ich nicht!“
Wenn ich in meinem Leib geh
Des Winters um den Eibsee
Und dessen Wasser Reinheit
Nach „Scheiß drauf, jetzt geht’s rein!“ schreit,
Mahnt grimm des nahen Eises Schicht:
„Ich ahne Schlimmstes – nice wird’s nicht!“
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So groß & das zweitausendachthundertvierundvierzigste Gedicht

Der Schuster
Ich werde behalten: Du warst Schuster,
In meinem Kosmos der Schuster der Welt.
Es war deine Werkstatt stets maximal duster
Und alles von raschen Maschinen umstellt.Es schien niemand den richtigen Preis zu bezahlen,
Als sei die Arbeit Lohn genug
Von denen, die dich gerne weiterempfahlen
Als Mitwisser am Selbstbetrug.Ich hoffe, die Rechnung ging letzten End’s auf
Durchs probate Spendieren von Runden.
Wer so gewichtet, zahlt vermutlich nicht drauf,
Hat bereits unsre Zeit überwunden.Die Tür deiner Werkstatt fiel längst schon ins Schloss –
Ein Verlust, der, so hoffe ich, irgend’nen Gott schert.
Schon seltsam, wohin all die Zeit seither floss …
Und die großen Maschinen beziffert ihr Schrottwert.
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Tutzinger Möwe & das zweitausendachthundertdreiundvierzigste Gedicht

Möwe
Du bettelst so geduldig
Um die Krumen meiner Milde.
Ich fühl mich reich wie schuldig,
Doch bin schildmäßig im Bilde,
Dass das Füttern der Vögel voll schädlich ist
Und keinesfalls uns gnädlich misst.Das letzte Wiegen deines Kopfes
Hat mich dann doch noch umgestimmt:
Dies Brez’nstück nun nimm und stopf es
Hinein in dich Wesen, das so gut getrimmt
Bestätigung erfahren sollte!Obschon ich das erst gar nicht wollte.
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Schloss Unterallmannshausen & das zweitausendachthundertzweiundvierzigste Gedicht

Endlich Erfolg
Meine slawische Smartphoneoma
Schraubt jetzt mit K.I.
Alle Komik kommt ins Koma –
Schau, jetzt lachen sie!
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Feldafing & das zweitausendachthunderteinundvierzigste Gedicht

Zum Verlust von Freundschaft
Die letzten Freundschaften,
Sie warten auf Pflege
Und woll’n sich entsaften
Auf erste Gelege.
Doch ich merke, ich werde sie sehr bald verlieren …Im falschen Gewichten
Ist nichts zu gewinnen –
Die Zeit hilft beim Richten.
So spüre ich innen:
Werd schon bald eine Einsamkeit ratlos anstieren.
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